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Wenn ein Baum unter natürlichen Bedingungen wächst, enthält er die
größtmögliche Wassermenge. Man spricht von "grünem" Holz, wenn der
Wassergehalt mehr als 35% beträgt. Wenn das Holz für industrielle
Anwendungen bestimmt ist, muss der Wassergehalt kräftig reduziert
werden, damit es vor Schwund, Fäulnis oder Schwamm sicher ist. Außerdem
muss sich das Holz für die Bearbeitung unter Berücksichtigung des
Anwendungszweckes eignen. Hierfür entwickeln und bauen wir spezielle Holztrockner.
Der Wassergehalt im Holz wird in Prozent angegeben.
Es ist das Gewicht des Wassers im Verhältnis zum Gewicht des Holzes in
trockenem Zustand. Das Wasser tritt sowohl als freies Wasser in den
Zell-Hohlräumen, sowie als gebundenes Wasser in den Zellwänden auf. Die
gebundene Wassermenge in den Zellwänden beträgt 25-35%. Bei diesem
Wassergehalt spricht man vom Fibersättigungspunkt.
Bei einer Trocknung bis zu diesem Punkt, findet nur eine Verdampfung des
freien Wassers statt. Dagegen tritt bei einer weiteren Austrocknung ein
Schwund im Holz auf.
Holz hat die Eigenschaft, seinen Wassergehalt auf
längere Sicht der Temperatur und Feuchtigkeit der umgebenden Luft
anzupassen. Dieser Wassergehalt wird die Gleichgewichtsfeuchte genannt.
Sie kann für verschiedene Lufttemperaturen und relative Feuchten im
nebenstehenden Diagramm abgelesen werden.
Wenn die Holzfeuchtigkeit über der Gleichgewichtsfeuchte liegt, wird das Holz Wasser an die Luft abgeben. Im entgegengesetzten Fall wird es Wasser aus der Luft aufnehmen - also wenn die Holzfeuchtigkeit unter der Gleichgewichts-feuchte liegt.
Das Prinzip jeder Holztrocknung besteht darin, die
Umgebungsluft in einen Zustand zu bringen, bei dem die
Gleichgewichtsfeuchte niedriger liegt als die jeweilige
Holzfeuchtigkeit. Das Wasser wird jetzt aus dem Holz dringen und in der
Luft als Wasserdampf aufgenommen werden.
Zusammenhang zwischen relativer Feuchtigkeit und der Holzfeuchtigkeit bei ca. 20°C
Das Holz muss soweit getrocknet werden, bis ein Wassergehalt, der der Gleichgewichtsfeuchte des Holzes am Gebrauchsort entspricht, erreicht ist. Da Holz überall verwendet wird, werden Holzfeuchtigkeitswerte, die zwischen 5% und ca. 20% liegen, angestrebt.
In der nebenstehenden Illustration ist die Gleichgewichtskurve bei 20°C eingezeichnet, um die Anwendungszwecke und die Holzfeuchtigkeit zu vergleichen. Es ist ersichtlich, dass Bauholz eine Gleichgewichtsfeuchte von über 15% hat also luftgetrocknet werden kann, während Holz mit einem Wassergehalt unter 15% künstlich getrocknet werden muss.
Da die künstliche Trocknung von Holz, zb. die Holztrocknung mit TTA Trockenkammern ein industrieller Vorgang ist, ist die Zeitdauer ein wesentliches Element. Wenn das Holz bei normalem Raumklima (20°C und 40% r.F.) lagert, sind die Bedingungen für eine Austrocknung bis zu einem Wassergehalt von 8% eigentlich erfüllt, die Zeitdauer wird aber meistens zu lang sein. Aus den untenstehenden Kurven geht die notwendige Trocknungszeit bei Raumtemperatur, für Holz von verschiedener Qualität, hervor. Außerdem ist der Einfluss der Abmessungen des Holzes ersichtlich.
Von luftgetrocknetem Zustand: 14-18% Holzfeuchte bis zu möbeltrockenem Zustand: 6-10% Holzfeuchte.
Holzbreite mehr als 7 Mal der Holzdicke.
Ungehobelte Flächen, Temperatur ca. 20°C, geringe Luftgeschwindigkeit.
Holz z.B. für Möbel, wird sich nach einer längeren Lagerung auf einen Wassergehalt von ca. 8%, in Übereinstimmung mit der Gleichgewichtsfeuchte bei 20°C und 40% r.F., einstellen. Das Holz muss deshalb künstlich bis auf einen Wassergehalt von 8% getrocknet werden, bevor es weiterverarbeitet wird.
Traditionell findet diese Trocknung in einem Trockenraum, mittels einer Heizung und Lüftung, statt. Unter künstlicher Holztrocknung, der meist verwendeten Methode, versteht man, Temperatur und Feuchtigkeit der Luft so zu steuern, dass das gewünschte Ergebnis in Bezug auf die Holzfeuchtigkeit erreicht wird.
Jedoch ist dieses Absaugen der erwärmten, feuchten
Luft energieträchtig und somit kostspielig. Hier kommt die
Kondenstrocknung in Betracht.
Mittels eines Kondenstrockners ist es möglich, die relative Feuchtigkeit
in einem Trockenraum zu steuern, ohne die erwärmte Luft abzusaugen.
Gleichzeitig wird eine schonendere Austrocknung erreicht, da die
Betriebstemperatur niedriger liegt und die relative Feuchtigkeit
stufenweise gesenkt werden kann.
Alle Holzarten können mittels Kondenstrockner getrocknet werden. Der Prozess ist in einem geschlossenen und gut isolierten Trockenraum, bei einer Temperatur von ca28-50°C,durchgeführt.
Es ist von großer Bedeutung, dass die Temperatur und
die passende relative Feuchte mit einer erzwungenen Luftzirkulation
durch den Holzstapel kombiniert wird. Dies kann ,wie auf der Zeichnung
gezeigt, durch die Anbringung der notwendigen Anzahl von Ventilatoren,
erreicht werden.
Um den Trocknungsprozess zu starten ist eine Raumtemperatur von 28°C
notwendig. Falls keine alternativen Heizquellen (Solar, Hackschnitzel
usw.) vorhanden sind, wird diese Starttemperatur von einem im Trockner
eingebauten Heizregister erreicht. Durch das Umluftprinzip das die Wärme
in der Kammer lässt und durch die Kompressorabwärme sowie der latenten
Wärme ist keine weitere Zusatzheizung vonnöten. Durch die intelligente
Kammersteuerung werden die Heizquellen weggeschaltet.
Bei diesen Temperaturen und einer abgestimmten
Luftgeschwindigkeit, gibt das Holz seinen Wassergehalt an die Luft ab.
Die relative Feuchte wird erhöht.
Die Luft aus dem Trockenraum wird durch den Entfeuchter gesaugt, wobei
sie einen wesentlichen Teil ihres Wassergehaltes abgibt, und wieder mit
einer höheren Temperatur in den Raum geblasen wird. Wenn der
Trockenvorgang in Betrieb ist, wird diese Erwärmung normalerweise für
den weiteren Verlauf des Vorgangs bei ca. 45-50°C ausreichen.
Wenn es um Trocknung von lufttrockenem Holz, mit
einem 15-18%igen Wassergehalt, auf 8% Wassergehalt geht, was bei Holz
zur Möbelherstellung notwendig ist, ist die Aufgabe verhältnismäßig
einfach, weil das Holz gegenüber niedriger relativer Feuchte und hohen
Temperaturen nicht besonders empfindlich ist.
Normalerweise ist Holz bis auf 20% Wassergehalt luftgetrocknet, bevor
der künstliche Trockenvorgang beginnt. Wenn es aber um die Trocknung von
grünem Holz, mit einem wesentlich größeren Wassergehalt geht, ist die
Aufgabe schwieriger, da das Holz durch Rissbildungen beschädigt wird,
wenn die Wasserabgabe von der Oberfläche zu schnell erfolgt, sodass das
Material hier zu schwinden beginnt, bevor die Innenpartien schwinden.
Daher ist es in diesen Fällen notwendig, den Prozess
nach einem Trockenprogramm zu steuern. Dieses Programm kann
beispielsweise dem untenstehenden entsprechen, bei dem die Feuchtigkeit
und die Lufttemperatur über einen Hygrostaten bzw. einen Thermostaten
gesteuert werden. (In unseren Kammersteuerungen bereits vorprogrammiert)
Das Programm basiert auf der Steuerung der relativen Feuchtigkeit. Am
Beginn des Prozesses wird eine verhältnismäßig hohe relative
Feuchtigkeit gehalten. Dadurch wird der Abstand zwischen der
Holzfeuchtigkeit und der Gleichgewichtsfeuchte verringert. Allmählich,
wenn die Holzfeuchtigkeit abfällt, wird die relative Feuchtigkeit nach
unten gesteuert.
Die Zeitskala kann annähernd durch eine Berechnung
des Wassergehaltes im Holz, im Vergleich zur Leistung des verwendeten
Entfeuchtungsgerätes bei der Durchschnittsfeuchtigkeit des Holzes
festgelegt werden.
Hartes Holz gibt seine Feuchtigkeit langsamer ab als weiches Holz.
Deshalb wird das Trocknungsprogramm für hartes Holz länger dauern als
das für weiches Holz. Infolgedessen wird nur eine geringere Anforderung
an die Leistung des Kondenstrockners gestellt.
Die Konstruktion und die Materialien des Trockenraumes variieren und sollten den vorhandenen Gebäude angepasst werden.
Die primären Funktionsforderungen bestehen darin, dass der Raum gut
luftdicht und isoliert ist. Im Trockenraum soll das Holz so gestapelt
werden, dass eine Luftzirkulation um alle Oberflächen möglich ist. Dies
erreicht man in zufriedenstellender Weise durch Stapelung des Holzes mit
kleinen, 25 mm starken Holzstücken als Zwischenlage.
Der Trockenraum wird mit einem thermostatisch gesteuertem Ventilator versehen, der die Luft aus dem Raum saugt, wenn die Raumtemperatur auf 55°C steigen sollte, denn dies ist die höchstzulässige Betriebstemperatur des Kondenstrockners. Die Temperatur kann sich aufgrund der Kompressorwärme erhöhen. Der Ventilator muss mit einem entsprechenden Luftansaugklappe für Frischluft kombiniert werden und es ist wichtig, dass sowohl die Luftansaugklappe, als auch die Abluftklappe mit Jalousien ausgerüstet sind, die automatisch geschlossen werden, wenn sie nicht in Gebrauch sind.
Die erzwungene Luftzirkulation im Raum geschieht
mittels eines oder mehrerer Ventilatoren. Diese werden an einer Blende
montiert. Hierdurch ist sichergestellt, dass die Luftbestreichung
gleichmäßig ist und dass die feuchteste Luft zum Kondenstrockner strömt.
Die Leistung der Ventilatoren muss so hoch sein, dass der Rauminhalt des
Trockenraumes ungefähr 20 mal pro Stunde zirkuliert. Der Trockenraum
sollte normalerweise ein Raumvolumen von 3-5 mal des Holzvolumens haben.
Um die notwendige Trocknungsleistung dimensionieren zu können, müssen die zu entfernenden Wassermengen berechnet werden.
Oft ist die Ausgangslage so, dass luftgetrocknetes Holz mit einem
Wassergehalt von 15-20% auf einen niedrigeren Wassergehalt getrocknet
werden soll. Da der Wassergehalt in % im Verhältnis zum Gewicht des
trockenen Holzes berechnet wird, muss der Ausgangspunkt das Raumgewicht
sein. Hier kann man mit den folgenden Raumgewichten, für Holz mit einem
Wassergehalt von 0%, rechnen:
Die zu entfernende Wassermenge ist in diesem Fall 221 kg = ca.221 Liter Wasser
Die Abmessungen des Holzes, die Einrichtung des Trockenraumes und dessen
Lüftung, der Harzgehalt des Holzes und andere Bedingungen, die auf die
Geschwindigkeit mit der das Holz seine Feuchtigkeit abgibt Einfluss
haben, werden die Trocknungszeit geringfügig verändern.
Die höchste Geschwindigkeit des Trocknens gestaltet sich in % pro Tag.
Wie die Aufstellung zeigt, gibt es viel Spielraum für Kombinationen zwischen Kondenstrockner, Leistung, Dimensionen des Trockenraumes und Menge des Holzes.
Innerhalb dieses Spielraumes wird ein Prozess verlaufen, dessen Dauer durch folgende Faktoren bestimmt wird: Der gewünschte Austrocknungsgrad, der ursprüngliche Wassergehalt des Holzes, die Außentemperatur u.a.m. Wichtig !! Je besser die Trockenkammer isoliert ist desto weniger fällt dieser Faktor in das Gewicht.
Für die leichteren Holzsorten rechnet man normal mit 1
% Wassergehalt pro Tag der entfernt werden kann. Eine absolute
Obergrenze sind 1,7% Wassergehalt pro Tag, da ein Versuch schneller zu
trocknen zu Schäden führen würde.
Wie schon erwähnt wurde ist es möglich, Richtlinien in Bezug auf die
Holztrocknung aufzustellen. Diese müssen aber mit Erfahrungen,
betreffend der jeweiligen Einrichtungen und Anwendungen, kombiniert
werden, bevor genauere Berechnungen ausgeführt werden können.
Die Kondensationstrocknung ist energiemäßig weitaus günstiger als alle anderen Holztrocknungsmethoden, da sich nicht nur der energierückgewinnende Wärmepumpeneffekt positiv auswirkt, sondern durch das Umluftverfahren auch die Lüftungsverluste wegfallen. Kein Wunder also, wenn die Energieeinsparungen gegenüber herkömmlichen Trocknungsmethoden bis zu 80% betragen können!
Diesem Thema könnte man durch ein eigens Fachbuch gerecht werden; deshalb sei darauf hingewiesen, dass hier nur jene Fakten und Aspekte genannt werden, deren vereinfachte Darstellung zum Verständnis des Problems Feuchtigkeit im Bauwesen und deren einzelne Lösungen beitragen. Wie wir gesehen haben, besitzt Wasser die ausgesprochene Neigung, in die Baumaterialien einzudringen und sämtliche bereits erwähnte Schäden auszulösen. Wasser wirkt bei allen photochemischen Zerstörungsreaktionen, es wirkt bei chemischen Umsetzungen, dem Pigmentabbau und weiteren anderen Prozessen mit, die ohne die Gegenwart des Wassers nicht ablaufen würden.
2.1 Die Wirkungen des Wassers
Die Wasseraufnahme silikatischer Baustoffe sowie
zementgebundener Materialien, gebrannter Materialien und Natursteinen,
ist durch verschiedene Momente bedingt. Zusammen mit den
Strukturmomenten der Baustoffe, mit ihren chemischen Zusammensetzungen
und den physikalischen Eigenschaften des Wassers entstehen die
charakteristischen Wassereindringeffekte. Zunächst einmal ist die
Grenzflächenspannung des Wassers zur Baustoffoberfläche entscheidend
dafür, ob kein Wasser, wenig oder viel Wasser in den silikatischen und
insbesondere zu den alkalischen, zementgebundenen und kalkgebundenen
Baustoffen nur eine geringe Grenzflächenspannung. Meistens sind diese
Stoffe sogar ausgesprochen wasserfreundlich. Wie dringt das Wasser in
einen normalen alkalischen und nicht durch Bautenschutzmaßnahmen
geschützten Baustoff ein?
Welche Effekte sind hier bestimmend?
2.1.1 Die Kapillarattraktivität
Es gibt mit Ausnahme von dichtgebrannter Keramik,
dichten Natursteinen wie auch dichtem Schwerbeton keine silikatischen
Baustoffe, die nicht Kapillaren, Poren oder Kavernen enthalten. Sind die
Kapillaren ausreichend eng, so dass sie aktiv werden, saugen sie Wasser
sehr schnell in sich hinein. Im Verlauf der Oberflächennetzung und des
Eindringens in den Baustoff sättigt sich das Wasser sehr schnell mit
Salzen, vor allem Kalisalzen und wird damit härter.
Der Wassertransport durch die Kapillaren ist in der Weglänge begrenzt.
Der Grund dafür ist das Vorhandensein zahlreicher sehr unterschiedlich
geformter und unterschiedlich großer Hohlräume im Baumaterial, in die
die Kapillaren münden.
Poren und Kavernen laufen voll Wasser und sorgen damit für einen
Zisterneneffekt. Aus diesen Zisternen entnimmt die nächste Kapillare
das Wasser und setzt damit den Wassertransport bis wiederum zur nächsten
Zisterne fort. Da der alkalische Baustoff ausgesprochen
wasserfreundlich ist, bereitet sich der Wasserfleck durch Netzung sofort
in einem solchen Hohlraum aus.
2.1.2 Das Kriechen des Wassers
Die minimale Grenzflächenspannung des Wassers zu den
meisten Baustoffen ermöglicht eine vorzügliche Netzung. Das Wasser steht
auf der Baustoffoberfläche nicht als Tropfen, es breitet sich als Fleck
aus, und bei einer genügenden Wassermenge wandert es auch ohne
Kapillareffekt weit über die wasserfreundlichen Flächen und kann damit
in Risse, Poren, Fugen, offene Kavernen und alle freiliegenden Kanäle
eindringen. Wie bei dem kapillaren Eindringen erfolgt auch bei dem
Kriecheffekt das Eindringen und die weitere Ausbreitung des Wassers
drucklos. Wasserdruck oder Winddruck vermögen die Netzfläche nicht
wesentlich zu vergrößern, wenn die Wassermenge vorgegeben ist. Da
flüssiges Wasser ausgesprochen zäh ist, hängt die Wasserfläche zusammen.
Wir erkennen daran, dass eine Vergrößerung der Grenzflächenspannung des
Wassers zur Baustoffoberfläche sowohl die Kapillaraktivität wie auch das
Netzten (Kriechen) unterbindet. Es ist daher von Nutzen, Wege zu
suchen, den Baustoff hydrophob wasserabweisend zu machen.
2.1.3 Das Eindringen des Wassers als Gas
Als Dampf vermag das Wasser gleich der Luft durch
alle Hohlräume zu diffundieren. Durch Diffusion vermag das Wasser in die
Wände hineinzugelangen und aus der Wnd hinauszuwandern. Die Bildung von
Taupunktwasser und von Kondenswasser in der Wand ist bekannt; das
Eindringen des Dampfes von außen nach innen und der Anfall von flüssigem
Wasser an einer innen gelegenen (kalten) Kondensfläche ist nicht die
Regel, allerdings kennt man auch diesen Vorgang. Überwiegend fällt das
Wasser an kalten Grenzflächen an, wenn von innen her kommender Dampf an
ihnen kondensiert.
Der Vorgang der Wasserdampfdiffusion von innen nach außen ist daher von
größerer Bedeutung. Trennt eine Baustoffschicht bzw. 1 Bauteil 2 Räume
verschiedener Temperaturen und Luftfeuchte, so liegen in der Regel zu
beiden Seiten der Trennschicht verschiedene Teildrücke des Wasserdampfes
vor. Unter dem Druckunterschied bewegt sich der Wasserdampf durch
poröse Baustoffe hindurch. Dieser Vorgang, die Wasserdampfdiffusion, die
in den luftgefüllten Poren erfolgt, wird in vielen Fällen von einer
Wasserbewegung in die wassergefüllten kleinsten, miteinander durch enge
Kapillaren verbundenen Poren begleitet. Durch die Diffusion vermag eine
Wand ihre Baufeuchtigkeit, Regenwasser, Kondenswasser und Taupunktwasser
abzuführen. Die Kapillaraktivität wirkt dann in gleicher Richtung, wenn
die Oberfläche der Wand nach außen hin trocken ist oder gar durch Wind
immer wieder schnell getrocknet wird. Unter Kondenswasser sei die aus
den Innenräumen in die
Wand gelangte Feuchtigkeit und als Taupunktwasser das in der Wand sich
niederschlagende Wasser verstanden. Die Mengen anfallenden
Taupunktwassers und Kondenswassers und Kondenswassers sind recht
erheblich. Feuchtes Baumaterial, inkludiertes Wasser, ebenso kalte
Baustoffoberflächen, auch Eis in Poren und Kapillaren hindern die
Dampfdiffusion von innen nach außen; sie sind wirksame Kondensflächen,
und an diesen Flächen fällt der Wasserdampf wieder als Wasser an. Als
Maß für das Diffusionsvermögen und zur physikalischen Kennzeichnung
eines Stoffes dient der Diffusionswiderstandsfaktor. Diese Größe gibt
an, um wie viel mal größer der Diffusionswiderstand eines Stoffes ist
als der einer gleich dicken Luftschicht unter gleichen Bedingungen.
Holz ist im lebenden Baum sehr nass. Die einzelnen Holzzellen, aber auch die sie trennenden Zellwände sind maximal mit Wasser gefüllt (Zellsaft). Sie sind in ihrem maximalen Quellungszustand. Nach dem Fällen verdunstet jedoch nach und nach der größte Teil dieses Wassers, bis sich ein Gleichgewichtszustand zwischen Umgebungsluftfeuchte und dem Feuchtigkeitsgehalt des Holzes einstellt. Gleichzeitig damit schrumpfen die Holzzellen; man nennt diesen Vorgang Schwinden. Natürlich wird dieser langsame Vorgang der Lufttrocknung heute bei der Holzverarbeitung durch Prozesse in Trockenkammern (Kammertrocknung) beschleunigt, bis der Feuchtegehalt der späteren Umgebungsfeuchte am Verwendungsort entspricht. Entscheidend sind nunmehr drei Fakten. Erstens, die Fähigkeit aus der Umgebung Feuchtigkeit aufzunehmen und dadurch aufzuquellen , oder aber Feuchtigkeit abzugeben und somit zu schwinden, bleibt dem Holz erhalten, auch wenn es lackiert, geölt oder gewachst ist. Zweitens, eine wichtige Einflusskomponente der Umgebungsfeuchtigkeit, nämlich die relative Luftfeuchte, ist niemals konstant. Im Gegenteil, sie schwankt im jahreszeitlichen Rhythmus sogar sehr stark.
Diese relative Luftfeuchte der Atmosphäre wird von der Natur vorgegeben und kann von uns nicht beeinflusst werden (außer in vollklimatisierten Räumen). Wetterfronten führen Luftmassen aus oft weit entfernten warmen Gebieten heran, die eine bestimmte absolute Luftfeuchte enthalten. Zusätzlich herrschen örtliche Einflüsse von oft erheblicher Bedeutung, z.B. aus hoher Feuchte der Vegetation oder aus der Verdunstung großer Wasseroberflächen. Drittens, als Quell, die dem Holz neue, unerwünschte Feuchte zuführen kann, gelten umgebende Bauteile, zu nasse Estriche, zu nasses Mauerwerk oder ähnliches. Nun letzteres ist uns allen bekannt, gilt es doch daher die einschlägigen Vorschriften und Normen für einen verlegereifen Unterboden, die für alle Fußböden gelten, zu beachten entsprechend VOB, Teil C, hier im besonderen die DIN 18356 "Parkettarbeiten". Vor der Verlegung muß eine Überprüfung der Estrichfeuchte mit dem CM (Carbidmethode)- bzw. CCM(Calcium-Carbidmethode)-Gerät durchgeführt werden. Für eine gute Lüftung der Räume vor, während und auch nach der Verlegung ist zu sorgen, um die eventuell vorhandene Baurestfeuchte abzuführen. All diese Feuchteinwirkung führt also dazu, dass die Zellen und Zellwände diese äußere Feuchte wieder aufnehmen. Die Holzfeuchte steigt an das Holz quillt. Hier sei angemerkt, dass das Quell- und Schwindmaß quer zum Faserverlauf immer erheblich größer ist als in Faserlängsrichtung. Dies ist der Grund, dass althergebrachtes Massivparkett im Winter zu starker Fugenbildung neigt.